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Keramik – Tradition in Zukunft: BBS Montabaur – Außenstelle Keramik

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Keramik ist als Werkstoff bereits seit Jahrtausenden bekannt und meist waren es Gegenstände für rituelle Zeremonien oder Dinge des täglichen Lebens, die aus Keramik gefertigt wurden. Diese keramischen Gebrauchs-, Kult- und Kunstgegenstände zeugen davon, dass keramische Produkte schon immer vielseitig einsetzbar waren. Das macht diesen Werkstoff bis heute interessant.

Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten heutiger keramischer Werkstoffe und Produkte ist vielfältig. Allein in der Automobil- und Elektroindustrie oder bei Mobiltelefonen gibt es unzählige Komponenten, in denen hochmoderne Keramik verbaut wird. Um den hohen technischen Anforderungen an die Werkstoffe gerecht zu werden, ist eine gute Erstausbildung in der keramischen Industrie eine optimale Grundlage und ein Garant für eine erfolgreiche berufliche Zukunft.

Was ist die Kernaufgabe Ihrer Einrichtung und (wo) treffen bei Ihnen Tradition und Zukunft aufeinander?

Unser Ziel ist es, junge Menschen optimal auf die Anforderungen in Ausbildung, Beruf und Studium vorzubereiten. Und dabei bauen wir auf eine in vielen Jahrzehnten gesammelte Erfahrung in Sachen beruflicher Bildung. Bereits 1845 wurde in Siershahn die erste Gewerbeschule gegründet – der Vorläufer unserer heutigen bbsmt. Der keramische Schwerpunkt in Höhr-Grenzhausen entstand nur wenig später, nämlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Seit mittlerweile mehr als 30 Jahren ist die Berufsbildende Schule Montabaur – kurz bbsmt – mit der Außenstelle Keramik Teil des keramischen Zentrums auf dem Scheidberg in Höhr-Grenzhausen und darüber hinaus auch Gründungsmitglied des Bildungs- und Forschungszentrums Keramik e.V. (BFZK). Als dualer Partner der keramischen Ausbildungsbetriebe werden hier bei uns Schülerinnen und Schüler aus acht verschiedenen Bundesländern in länderübergreifenden Fachklassen im Blockunterricht beschult. Den Auszubildenden wird in etlichen Lernfeldern zunächst das grundlegende Wissen und dann darauf aufbauend das berufsspezifische Vertiefungswissen für ihren beruflichen Schwerpunkt vermittelt. Zu der qualifizierten Berufsausbildung gehören auch allgemeinbildende Fächer, die bei uns ebenfalls unterrichtet werden. Dadurch kann – soweit noch nicht vorhanden – neben dem Berufsabschluss mit entsprechendem Notendurchschnitt auch der Sekundarabschluss I erworben werden. Beide Bereiche sind beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn und für daran anschließende Weiterbildungsmöglichkeiten.

Gabriele Abel

Tel.: 02624 3306 
E-Mail: mailto:bs-keramik@bbs-montabaur.de

Was ist für Sie aktuell das spannendste Thema im Arbeitsalltag?

Geht man vom Werkstoff Keramik aus, ist dieser nicht immer zu 100 % kalkulierbar, da wir es mit natürlichen Rohstoffen zu tun haben. Gleichzeitg entstehen aber auch immer neue synthetisch hergestellte Rohstoffe, die bei der Herstellung von technischer Keramik nötig sind. Um bei immer neuen Werkstoffen bzw. Anwendungsanforderungen adäquat reagieren zu können, braucht es eine gute Fachkompetenz gepaart mit einem hohen Maß an Flexibilität. Diese Herausforderung begegnet uns eigentlich immer und macht das Tagesgeschäft auch immer wieder spannend.

Ein sehr aktuelles und spannendes Arbeitsfeld bietet zudem die Digitalisierung. Gerade jetzt eröffnen sich für die Unterrichtsgestaltung immer neue Möglichkeiten, moderne Tools und Methoden zu testen und für sich zu entdecken. Dies gilt sowohl für unsere Schülerinnen und Schüler als auch für uns Lehrkräfte. Es freut uns, dass hier die Zusammenarbeit zwischen Schule, Ausbildungsbetrieben und unseren Schülerinnen und Schülern gut funktioniert und nahezu alle eine große Offenheit mitbringen, neue und für die Zukunft nachhaltige Wege zu beschreiten. Gerade unsere moderne Ausstattung mit interaktiven Boards, iPads und PC-Zugängen ermöglicht hier zeitgemäßen Unterricht.

Wo sehen Sie im Zusammenhang mit Ihrem Tagesgeschäft die größte Herausforderung in der Zukunft?

Die Anforderungen an Keramiken steigen kontinuierlich, so werden z. B. in der E-Mobilität keramische Fasern in den Akkus eingesetzt. Um dem gerecht zu werden, werden beständig Materialien und  Prozesse optimiert, um z. B. umweltbewusst und ressourcenschonend zu agieren, aber gleichermaßen die geforderten Qualitäten zu gewährleisten. Diesen veränderten Anforderungsprofilen muss auch Schule Rechnung tragen, indem unsere Lehrkräfte sich immer wieder intensiv mit den neuen Rahmenbedingungen auseinandersetzen und wir als bbsmt für eine moderne Lernumgebung sorgen, die technisch auf dem neuesten Stand ist.

Die oft hochspezialisierten Ausbildungsbetriebe versorgen sich mit Fachkräften, indem sie junge Menschen als Industriekeramiker/in (mit den Fachrichtungen Anlagentechnik, Dekorationstechnik, Modelltechnik bzw. Verfahrenstechnik), als Keramiker/in im Handwerk oder als Prüftechnologe/Prüftechnologin Keramik ausbilden. Gerade das neu gestaltete Berufsbild der Prüftechnologen Keramik zeigt ganz deutlich, dass keramische Werkstoffe in moderner Technik eine immer größere Rolle spielen und hier viel Potential steckt.

Diese Vielzahl an Ausbildungsberufen bereichert den Unterricht in der Fachtheorie ungemein. Unsere Schülerinnen und Schüler kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen: Ob von Topf-Tasse-Teller, moderner Küchenspüle, Feuerfest oder technischer Keramik. Durch den gemeinsamen Unterricht haben sie die Möglichkeit „über den Tellerrand“ ihres eigenen Betriebes hinauszublicken und können so umfassend ausgebildet werden. Damit decken wir im schulischen Teil der dualen Ausbildung die ganze Breite des Berufsbildes ab. Die betriebliche und die schulische Perspektive gleichermaßen im Blick zu haben und alle Auszubildenden gut auf die Abschlussprüfungen – die überwiegend bundeseinheitlich sind – vorzubereiten, ist eine Herausforderung, der wir uns gerne und mit großem Engagement stellen.

Was begeistert Sie persönlich an Ihrer Aufgabe?

Frage ich unsere Lehrkräfte, was sie an ihrer Aufgabe begeistert, dann sind die Antworten schnell auf den Punkt gebracht: Es ist zum einen die Begeisterung dafür, mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten. Sie haben Spaß daran, das Interesse an den Themen der keramischen Technologie mit anderen zu teilen und ihre Erfahrungen und Erkenntnisse weitergeben zu können. Zum anderen haben unsere Lehrkräfte selbst viele Jahre in der keramischen Industrie gearbeitet. Ob künstlerisch oder technisch, die Begeisterung für den Werkstoff Keramik ist tief verankert. Durch die immer wieder neuen Aspekte und Blickwinkel, die unsere Schülerinnen und Schüler mitbringen, und durch das Potential, das in dem Werkstoff selbst liegt, wird es nie langweilig.

Würden Sie Jugendlichen empfehlen beruflich die Richtung Keramik/Feuerfest/Glas zu gehen? Was genau? Warum/Warum nicht?

Die Frage, ob wir Jugendlichen eine Berufsausbildung in der Keramik empfehlen würden, lässt sich mit einem klaren Ja beantworten. Insgesamt ist der Bedarf an Fachkräften sehr hoch und in Sachen Weiterbildung im Bereich Keramik ist das BFZK mit seinen acht Einrichtungen und Instituten sehr gut aufgestellt. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung bestehen für unsere frisch ausgebildeten Fachkräfte beste Aussichten, in der Industrie ihre berufliche Laufbahn fortzusetzen. Darüber hinaus gibt es vielfältige Möglichkeiten sich fachlich weiterzubilden: Sei es als Industriemeister/in, als Techniker/in bzw. Gestalter/in an der Fachschule Keramik, als Studierende an der Hochschule Koblenz bzw. Universität Koblenz.

Der Beruf des/der Keramiker/in im Handwerk hat eine Jahrhunderte alte Tradition und wird auch heute noch in Töpfereien und handwerklichen Betrieben ausgebildet. Hier spielt handwerkliches Geschick und das Interesse für kreative Tätigkeiten eine große Rolle. Wer künstlerisches mit handwerklichem Tun verbinden möchte, findet hier ein interessantes Betätigungsfeld. Und dass handgefertigte Keramik durchaus modern und zeitgemäß ist, das beweisen uns immer wieder unsere erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen.

 

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