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Keramik – Tradition in Zukunft: Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz (IKKG)

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Das Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz bietet als eine der wenigen international hochrangigen Einrichtungen der bildenden Kunst ausgesuchten, talentierten jungen Leuten eine umfassende künstlerische Ausbildung mit dem Schwerpunkt zeitgenössische Skulptur und den Materialfeldern Keramik und Glas.

Die leitenden Professoren Markus Karstieß und Jens Gussek stellen Keramik und Glas in den Mittelpunkt ihrer künstlerischen Arbeit und ihrer Lehre.
Einmalig in der Hochschullandschaft Deutschlands werden am IKKG eng verbunden Keramik und Heißglas als aktuelle Werkstoffe für die zeitgenössische Skulptur erforscht und neben den anderen Werkstoffen der Bildenden Kunst praktisch gelehrt.

Dafür besteht eine exzellente Einrichtung, ein ausgewählter Stamm von spezialisierten Mitarbeitern wurde als Dozierende an das Institut verpflichtet. Das IKKG bietet die Abschlüße Bachelor of Fine Arts Keramik/Glas und Master of Fine Arts Keramik/Glas an.

Was ist die Kernaufgabe Ihrer Einrichtung und (wo) treffen bei Ihnen Tradition und Zukunft aufeinander?

Das IKKG ist eine Ausbildungsstätte der Bildenden Kunst. Wir bilden Künstler*Innen aus. In unserer künstlerischen Arbeit verwenden wir alle möglichen Materialien und Techniken, doch gehen wir von den amorphen Materialien Glas und Keramik aus – sie sind unsere Basis. Die geologischen Bewegungen, die unsere Hauptmaterialien erdgeschichtlich über Jahrtausende und Jahrmillionen gebildet haben sind weiter spürbar.
Der entropische Fluss der Materie findet in unseren Ateliers eine Fortsetzung und anthropogene Prägung. Diese Beziehung zum Ton ist alt und die Erden sind unser stetiger Begleiter der eigenen Entwicklung seit über 40.000 Jahren.
Gleichzeitig ist alles, was möglich ist, bereits den Materialien eingeschrieben in unendlichen Möglichkeiten zukünftiger Artefakte. Aus dem Archaischen heraus ist dieses Zukünftige wie eine Welle, deren Sog sich die Künstler*innen schon immer zu eigen gemacht haben.
Das Material ist Agent, völlig gleichberechtigt und wir treten dem enthropischen Fluss handelnd bei, nicht umgekehrt. Der massive Raubbau im Anthropozän überschreibt und zerstört diesen langsamen, kontinuierlichen und natürlichen Fluss der Materie. Wenn wir der Erde etwas entnehmen, muss das Artefakt, welches wir damit herstellen, eine Versöhnung des Menschen mit der Natur sein. In diesem Sinne ist für uns jedes Stück Ton oder Glas ein Stück wertvollster Zukunft.

Prof. Markus Karstieß

Tel.: 0 2624  910-660
ikkg@hs-koblenz.de
www.ikkg.art

Was ist für Sie aktuell das spannendste Thema im Arbeitsalltag?

Die Verbindung alter Holzbrandtechniken, wie unseren historischen Salzbrand im Kannofen oder den japanischen Rakubrand mit Drucken aus dem Keramik-3D-Drucker zu kombinieren. Die mechanische Präzision des 3D- Drucks erfährt hier eine Wiederverzauberung in einem gelungenen Stück. Die dabei entstehende Spannung enthält einen Schlüssel zum Verständnis unserer Zeit.

Wo sehen Sie im Zusammenhang mit Ihrem Tagesgeschäft die größte Herausforderung in der Zukunft?

Die Digitalisierung bietet völlig neuen Möglichkeiten, wie z.B. das Modellieren im virtuellen Raum mittels VR-Brille. Gleichzeitig entbindet uns diese Technologie von der Materie, von uns selbst.

Das Erfassen, das Begreifen verliert sich in Unschärfe. Unsere Sehnsucht nach Einbindung in die materielle Welt, deren Teil wir sind, ist ungebrochen. Mit den Fingern die Konsistenz des Tons zu prüfen, seine Feuchtigkeit, Körnigkeit, Elastizität, das sind enorm wertvolle sensorische Reisen in eine Materie hinein, um sie zu durchdringen, um sie zu begreifen. Im digitalen Raum müssen wir neue Bereiche erschließen. Es kann nicht um Simulation gehen.

Was begeistert Sie persönlich an Ihrer Aufgabe?

Zu sehen wie der gleiche Sog, der gleichen Welle, bei den angehenden Kunstschaffenden zu ganz anderen Fragen und Lösungen führt.

Würden Sie Jugendlichen empfehlen beruflich die Richtung Keramik/Feuerfest/Glas zu gehen? Was genau? Warum/Warum nicht?

Den Sog spürt jemand oder eben nicht. Zu einer Berufung kann man niemandem raten oder abraten. Dieser Ruf kommt von innen. In der Kunst geht es um Freiheit, um absolute Freiheit. In unserem Institut erforschen wir die Zukunft und nicht weniger als die Zukunft unserer Freiheit. Wer das spürt und sucht, wer die Verbindung zur Materie liebt und erhalten will, ist bei uns zum Studium der Kunst genau richtig.

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