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„MeisterMacher“ Folge 1: Thomas Diedert und die absolute Präzision

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Es sind über 30 Grad Celsius als Thomas Diedert uns am Betriebsgelände des Unternehmens BLEN Metalltechnik GmbH in Ötzingen empfängt. „Eigentlich ist diese Hitze überhaupt nichts für unsere Produkte, aber mit unserem Know How und unserer Erfahrung können wir das ausgleichen“, sagt der 26-jährige Meister der Feinwerkmechanik aus voller Überzeugung. Der Betrieb konzentriert sich auf die Lohnfertigung und den Werkzeugbau. „Wir erfüllen unseren Kunden alle Wünsche im Bereich der Metallverarbeitung. Das bedeutet, wir Fräsen, Drehen, erstellen Bauteile und die benötigen im Idealfall halt eben circa 20 Grad Celsius“, sagt er lachend.

Praktikum erweckt Leidenschaft zum Beruf

Diedert hatte den Beruf als Feinwerkmechaniker ursprünglich gar nicht im Blick. Als Junge aus dem Dorf durfte er bei BLEN Metalltechnik ein Praktikum absolvieren: „Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass mir klar wurde, was und wo ich es machen möchte“, blickt er zurück. Im Jahr 2010, nach seinem Abschluss an der Realschule, hat er die dreieinhalb jährige Ausbildung zum Feinwerkmechaniker begonnen. Und er hat es bis heute nicht bereut. „In unserem Beruf kommt keine Langeweile auf. Die Branche bringt so viele Neuerungen und Innovationen im Bereich der Automatisierung mit sich. In Kombination mit den sich immer wieder ändernden Kundenwünschen hat man täglich neue Herausforderungen!“

Begeistert zeigt er uns, was mit dem firmeneigenen 3D-Drucker alles aus Kunststoff hergestellt werden kann. Dieser wurde mit Gründung einer zweiten Firma im vergangenen Jahr angeschafft, um sich breiter aufzustellen und Kundenwünschen noch besser gerecht werden zu können. „Die Herausforderungen und die zunehmende Automatisierung, die wir momentan erleben, weckte in mir den Wunsch, Verantwortung zu übernehmen und den Meistertitel dranzuhängen“, begründet Diedert seine Entscheidung

Diedert ist Deutschlands erster Bachelor Professional

Der Zeitpunkt für die Meisterprüfung hätte für ihn nicht günstiger kommen können. Schließlich wurde Thomas Diedert nach Abschluss seiner Prüfung zum ersten Bachelor Professional in Deutschland ernannt. Der neue Titel brachte ihm öffentliche Aufmerksamkeit ein, Interviews für Zeitungen, Radio und Fernsehen standen auf seine Tagesordnung. „Die neue Bezeichnung ist eine tolle Sache. Im internationalen Raum war der Begriff „Meister“ einfach nicht bekannt. Außerdem trägt es dazu bei, dass das Handwerk gesellschaftlich mehr an Wertigkeit gewinnt. Auch hier bei uns in der Region hat es mir ein hohes Maß an Respekt und Anerkennung eingebracht“, so Diedert. Eigentlich, in Anbetracht des Aufwandes, den ein Meisterschüler erbringen muss, ein längst überfälliger Schritt. Für Thomas Diedert waren dreimal in der Woche Abendschule neben der bereits übernommenen Verantwortung im Betrieb eine hohe Doppelbelastung. „Es war eine harte Zeit, ohne den starken Zusammenhalt in unserer Klasse, hätten wir es vermutlich gar nicht geschafft“, sagt der Sohn eines Keramikmeisters stolz. Zusammenhalt spielt im Beruf des Feinwerkmechanikers ohnehin eine große Rolle. „Der Beruf ist sicherlich nicht einfach und verlangt körperliche sowie geistige Topleistungen, das funktioniert nur im Team. Folglich muss Teamwork an oberster Stelle stehen.“ Das ist bei dem 1986 gegründeten Unternehmen aus Ötzingen der Fall. „Mit unseren 33 Mitarbeitern, wovon sich vier in der Ausbildung zum Feinwerkmechaniker befinden, sieht sich jeder als Teil einer großen Familie“, so Diedert. Auf unsere Nachfrage hin, was denn ein typischer Auszubildender mitbringen muss, antwortet Diedert sehr zügig: „Zuverlässigkeit, räumliches Denkvermögen, Genauigkeit und ein hohes Maß an Konzentrationsfähigkeit. Schließlich arbeiten wir auf einem Niveau von hundertstel Millimetern, da hat jeder Fehler gravierende Folgen. Wer sich unterm Maß nichts vorstellen kann – das menschlichen Haar ist durchschnittlich einen zehntel Millimeter breit“, veranschaulicht er.

Auch wenn Diedert selbst zurzeit nicht als Ausbilder tätig ist, würde er sich freuen, wenn wieder mehr Bewerbungen für eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker eingehen würden. „Seit Jahren sind die Bewerbungen leider rückläufig, dabei ist unser Beruf nicht nur spannend sondern bietet auch eine Perspektive“. Als Meister darf Thomas Diedert eigenverantwortlicher arbeiten, ausbilden und sogar einen Betrieb gründen oder übernehmen. Ob es für ihn in Frage kommt, irgendwann mal selbständig zu sein? „Man weiß ja nie was die Zukunft bringt“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

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