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WFG Wiki / Nachfolge

Die zehn häufigsten Fehler bei einer Betriebsübergabe

Wer die Fehler des anderen kennt, kann sie bei sich selbst vermeiden. 

Hier finden Sie wichtige Hinweise zur Vermeidung jener Fehler, die in der Praxis, laut einer DIHT-Studio, am häufigsten gemacht werden.

Fehler 1: Mangelnde Qualifikation des Nachfolgers

Der Nachfolger ist nicht ausreichend auf seine neuen Aufgaben vorbereitet und ist mit der Rolle des Chefs überfordert.

Lösung: Umfangreiche Ausbildung des Nachfolgers, möglichst in unterschiedlichen Betrieben, kaufmännische Qualifikation, frühzeitig Verantwortung übernehmen und mit allen Bereich des Betriebes vertraut machen.

Fehler 2: Überforderung der wirtschaftlichen Belastbarkeit des Nachfolgers

Die Lösung der Betriebsnachfolge orientiert sich nur an einer maximalen Steuerersparnis und bestmöglichen Altersversorgung des Übergebers, nicht aber an der finanziellen Belastbarkeit des Nachfolgers.

Lösung: Wirtschaftliche Gesichtspunkte, wie die finanzielle Belastbarkeit des Nachfolgers beim Lösungsansatz berücksichtigen und den Betrieb zu solchen Konditionen übergeben, die dem Nachfolger auch ausreichende Gewinnchancen eröffnen.

Fehler 3: Keine klaren Besitz- und Erbverhältnisse

Der Betrieb wird aus steuerlichen Gründen vorerst nur verpachtet, der Nachlass aber noch nicht umfassend geregelt.

Lösung: Mit Beginn der Verpachtung an den Sohn oder der Tochter ist ein Testament oder ein Erbvertrag mit den Kindern als Vorsorge für den Notfall notwendig, das dem Nachfolger die Betriebsfortführung ermöglicht und ihn gegen Auszahlungsansprüchen der Miterben schützt.

Fehler 4: Managementfehler des Seniors

Der Senior versäumt die rechtzeitige Anpassung des Betriebes an geänderte Marktverhältnisse. Er unterlässt Re- und Neuinvestitionen und überlässt sie dem Nachfolger.

Lösung: Der Übergeber sollte darauf achten, auch in den letzten Jahren vor der Betriebsübergabe notwendige Investitionen durchzuführen. Denn nur so bleibt die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens erhalten.

Fehler 5: Abrupte Änderung des Unternehmenskonzeptes

Der Nachfolger ändert das bisherige Unternehmenskonzept völlig, setzt auf neue Kunden und eine neue Form der Betriebsführung.

Lösung: Es gilt die Stärken und Schwächen des Betriebes zunächst genau zu analysieren. Danach sollten die Stärken erhalten bleiben und die Schwächen entsprechend ihrer Tragweite nach und nach ausgemerzt werden.

Fehler 6: Kein Testament bzw. kein Erbvertrag

Der Nachfolger wird gemeinsam mit den Geschwistern und den überlebenden Elternteil Erbe des Betriebes und muss sich mit Erbstreitigkeiten auseinandersetzen. Die Erbengemeinschaft verhindert notwendige schnelle betriebswirtschaftlichen Entscheidungen.

Lösung: Testament oder Erbvertrag, worin eine Realteilung verfügt ist, so dass der Nachfolger Eigentümer des Betriebes wird.

Fehler 7: Festhalten an alte überholte Traditionen

Der Nachfolger führt den Betrieb unverändert fort, obwohl sich das wirtschaftliche Umfeld gewaltig verändert hat.

Lösung: Im Zuge der Betriebsübernahme sollte auch ein neues Unternehmenskonzept entwickelt werden, das auf die Anforderungen der Zukunft abgestimmt ist.

Fehler 8: Seniorenpaar hinterlässt Führungslücke

Oftmals geht mit dem Senior auch seine im Betrieb mitarbeitende Ehefrau und langjährige Führungskraft. Die Kontinuität in der Unternehmensführung ist gefährdet.

Lösung: Da langjährige Führungskräfte nur schwer zu ersetzen sind, muss auch deren Nachfolge frühzeitig geplant werden. Zur Strategie gehören Überlegungen, wer zukünftig welche Führungsaufgaben übernimmt.

Fehler 9: Keine objektive Nachfolgeauswahl

Die Auswahl des Nachfolgers erfolgt – gerade in Familienbetrieben – nur nach dem Gefühl, nicht entsprechend der tatsächlichen Eignung.

Lösung: Nur derjenige sollte den Betrieb fortführen, der dazu über die notwendigen Qualifikationen verfügt und auch zur Nachfolge bereit ist. Im Zweifel lieber den Betrieb einen familienfremden Nachfolger übertragen, als aus Stolz und Familientradition den Betrieb gefährden.

Fehler 10: Zeitdruck

Die Betriebsübergabe erfolgt zu spät bzw. unter hohem Zeitdruck, so dass eine wohlüberlegte und ausgereifte Übergabelösung nicht realisiert werden kann.

Lösung: Rechtzeitig die Nachfolge planen, einen Zeitplan erstellen und die notwendigen Schritte auch tatsächlich umsetzen.

Ihr Ansprechpartner

Michael Jodlauk

Telefon: 02602 124-308
Mail: michael.jodlauk@westerwaldkreis.de

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