Navigation überspringen
WFG Wiki / Nachfolge

Unternehmensverkauf -K-

Unternehmensbewertung 

Eine entscheidende Frage beim Unternehmenserwerb ist die Kaufpreisfindung. Es gibt zwar eine Reihe von Verfahren zum Ermitteln eines möglichst objektiven Unternehmenswertes, jedoch keine fixen Regeln, nach denen ein Unternehmen bewertet werden muss. Vielmehr müssen Sie eine Menge von (subjektiven) Faktoren – insbesondere auch die branchenspezifischen Besonderheiten – beim Bewerten berücksichtigen. Auch die zukünftige Entwicklung ist zu beachten. So ist klar, dass eine im Zuge der Übernahme vom Vermieter vorgenommene Mietzinserhöhung den Wert entsprechend reduzieren wird. Umgekehrt wird eine absehbare Anbindung des Betriebes an das öffentliche Verkehrsnetz den Wert aufgrund der zukünftigen besseren Ertragssituation erhöhen.
Auch der Strukturwandel, dem eine Branche unterworfen ist, hat Einfluss auf den Unternehmenswert. Schlussendlich bestimmt aber der Markt den Kaufpreis des Unternehmens: Der Verkäufer wird versuchen, einen möglichst hohen Kaufpreis zu erzielen, während Sie als Käufer das gegenteilige Interesse verfolgen. Je größer die Anzahl der Nachfrager ist, umso höher wird der Kaufpreis – und umgekehrt.

Als Verhandlungsgrundlage empfiehlt sich das Erstellen einer Unternehmensbewertung über den Wert des gesamten Unternehmens. Ziehen Sie dafür einen Unternehmensberater, Steuerberater und Experten der Wirtschaftskammern hinzu. Auch kostenlose Online-Tools Unternehmenswert-Rechner können vor allem bei kleinen Betrieben erste verwertbare Kennzahlen liefern. 

Es gibt eine Reihe von Verfahren, die alle zum Ziel haben, durch Berücksichtigung aller relevanten Fakten und Aspekte einen möglichst realitätsnahen Wert des Unternehmens zu errechnen. 

Welches Verfahren im Einzelfall das zielführendste ist, ergibt sich je nach Branche und Unternehmenssituation. Es ist Aufgabe des Experten zu beurteilen, welches Bewertungsverfahren das für den jeweiligen Einzelfall passendste ist. Nach herrschender Auffassung bemisst sich der Wert eines Unternehmens in erster Linie nach seiner zukünftigen Gewinnerzielungsmöglichkeit (Ertragskraft) und weniger nach der im Unternehmen vorhandenen Substanz.
Je nach verwendetem Verfahren werden diese Komponenten bei der Wertermittlung unterschiedlich stark gewichtet. Ist der Firmenwert sehr stark von der Person des Unternehmers abhängig, der ja nach der Übergabe nicht mehr im Unternehmen mitarbeitet, lassen sich auch vereinfachte Bewertungsmethoden anwenden. Beispielsweise kann hier der reine Substanzwert herangezogen werden, oder man verwendet branchenübliche Multiplikatoren, wie beispielsweise einen Faktor, mit dem der jährliche Umsatz multipliziert wird. Zu welchem Preis Sie ein Unternehmen letztendlich kaufen, liegt allein im Ergebnis der Verhandlungen mit dem Verkäufer. Das errechnete Ergebnis eines Bewertungsgutachtens kann nur eine Richtschnur sein.

● Unternehmenswert

Um den Wert eines ganzen Unternehmens oder eines Unternehmensanteils zu bestimmen, wird eine Unternehmensbewertung vorgenommen. Neben materiellen Werten, wie z.B. Grundstücken und Maschinen, werden auch immaterielle Werte wie Marke und Know-how der Mitarbeiter*innen dabei bewertet. Sowohl die Substanz als auch der Ertrag werden berücksichtigt. Individuelle Faktoren wie Branchenzugehörigkeit und regionale Unterschiede werden ebenfalls für die Bewertung herangezogen.

Für die Unternehmensbewertung stehen verschiedene Verfahren zur Wahl. Welches das richtige ist, hängt vom jeweiligen Unternehmen ab und muss individuell beurteilt werden. 

Der Bewertungszweck spielt bei der Wahl des Verfahrens eine ausschlaggebende Rolle. Gerade wenn Sie ein kleines oder mittleres Unternehmen kaufen möchten, empfehlen es sich, bei der Bewertung erfahrene Fachleute zu Rate zu ziehen. Denn die Praxis hilft hier mehr als betriebswirtschaftliche Theorie. Die Expertin/der Experte wird dann das Verfahren ermitteln, das für den jeweiligen Fall am günstigsten ist.

Doch wo findet man den richtigen Experten/die Expertin?

Branchenwissen und Erfahrung sind Trumpf beim Thema Unternehmensbewertung. Hat jemand hohe Expertise in einer Branche und vielleicht schon Verkäufe begleitet oder zumindest Kenntnis über die üblichen Marktpreise, hilft das gewaltig. Ein(e) solche(r) Experte/Expertin muss nicht unbedingt ein(e) teure(r) Unternehmenspreis-Spezialist(in) sein.

- Erkundigen Sie sich bei Hausbank nach Mitarbeiter(innen), die auf deine Branche und auf
   Nachfolgethemen spezialisiert sind. Mit der Bank haben Sie gleich jemanden für die spätere
   Finanzierung an Bord und können von kostenfreier Beratung profitieren.

- Eine weitere Möglichkeit: Bundesweit tätige Banken haben eigene Kompetenzzentren zu
   bestimmten Branchen.

- Auch die regionalen Bürgschaftsbanken und Kammern sind gute Anlaufstellen, um
   Geschäftsmodelle und Preise zu bewerten.

- Unternehmensberatungen mit Branchenschwerpunkten können ihren Kauf ebenfalls
   begleiten und bei späteren Restrukturierungen und Optimierungen unterstützen.

Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis gibt es eine Reihe von Methoden zur Unternehmensbewertung. Im Prinzip gibt es drei Arten, wie der Wert eines Unternehmens ermittelt werden kann: Substanz, Erfolg bzw. Kapital und Markt. Diesen Bewertungsarten lassen sich die unterschiedlichen Methoden zuordnen:

● Substanz

- Substanzwertverfahren

- - Liquidationswertverfahren

- - Reproduktionswertverfahren
 
● Erfolg / Kapital

- Ertragswertmethode

- Discounted-Cash-Flow Verfahren

● Markt

- Venture-Capital-Methode

- Multiplikatoren-Verfahren (EBIT Verfahren)

Ihr Ansprechpartner

Michael Jodlauk

Telefon: 02602 124-308
Mail: michael.jodlauk@westerwaldkreis.de

Vielleicht auch interessant?

Acht Erfolgsfaktoren der Betriebsübergabe

- Klar definierte strategische Weichenstellungen für eine zukünftige Betriebsentwicklung -

Betriebsnachfolge frühzeitig planen!

- Für viele Unternehmer ist es nicht einfach, an den Rückzug aus dem mit viel Mühe aufgebauten Betrieb zu denken. -

Betriebsübergabe - Auch eine Kopfsache

- Die Unternehmensnachfolge ist eine tiefgreifende und übergreifende Veränderung für alle Betroffenen -

Betriebsübergabe an Familienfremde

- Wie findet man den richtigen Nachfolger? -

Betriebsübergabe innerhalb der Familie

- Eine erfolgreiche Übergabe beginnt bereits im Kindesalter -

Betriebsübergabe und Arbeitsrecht -A-

- Betriebs(ver)kauf ist kein Kündigungsgrund -

Betriebsübergabe und Arbeitsrecht -B-

- Widerspruchsrecht mit Tücken -

Betriebsübergabe und Arbeitsrecht -C-

- Informationspflicht des Übergebers -

Betriebsübergabekonzept

- Ein guter Plan ist die halbe „Miete“ -

Die Umsetzung der Unternehmensnachfolge unter emotionalen Aspekten

- Jede erfolgreiche Nachfolge ist ein Prozess in mehreren Schritten. -

Die zehn häufigsten Fehler bei einer Betriebsübergabe

- Wer die Fehler des anderen kennt, kann sie bei sich selbst vermeiden. -

Erbrecht -A-

- Grundprinzipien -

Erbrecht -B-

- Die gesetzliche Erbfolge -

Erbrecht -C-

- Das Testament. Testierfreiheit -

Erbrecht -D-

- Das Testament. Testamentsarten -

Erbrecht -E-

- Das Testament. Formvorschriften -

Erbrecht -F-

- Der Inhalt eines Testamentes. Erbeinsetzung -

Erbrecht -G-

- Der Inhalt eines Testamentes. Teilungsordnung -

Erbrecht -H-

- Der Inhalt eines Testamentes. Zuwendungen -

Erbrecht -I-

- Der Inhalt eines Testamentes. Vermächtnis -

Erbrecht -J-

- Der Inhalt eines Testamentes. Auflagen -

Erbrecht -K-

- Der Inhalt eines Testamentes. Testamentsvollstrecker -

Erbrecht -L-

- Der Inhalt eines Testamentes. Enterbung -

Erbrecht -M-

- Testament. Pflichtanteil -

Erbrecht -N-

- Testament. Die Häufigsten Fehler bei Testamenten -

Erbrecht -O-

- Testament. Testamentseröffnung -

Erbrecht -P-

- Testamentsanfechtung -

Erbrecht -Q-

- Erbvertrag -

Externe Firmennachfolge

- Wo finde ich einen Interessenten bzw. eine Interessentin? -

Familienstiftung -A-

- Was ist eine Familienstiftung? -

Familienstiftung -B-

- Stiftungszweck -

Familienstiftung -C-

- Gründung einer Familienstiftung -

Familienstiftung -D-

- Besteuerung einer Familienstiftung -

Familienstiftung -E-

- Gestaltung einer Familienstiftung -

Familienstiftung -F-

- Gründe für die Gründung einer Familienstiftung -

Familienstiftung -G-

- Gründungskosten -

Familienstiftung -H-

- Haftung -

Familienstiftung -I-

- Vor- und Nachteile -

Familienstiftung -J-

- Alternativen zur Familienstiftung -

Formen der Betriebsnachfolge -A-

- Beteiligung - Step by step zur Nachfolge -

Formen der Betriebsnachfolge -D-

- (Erben)gemeinschaft - Eine Gefahr für ihr Unternehmen? -

Fortführungsplan

- Ein unbedingtes Muss -

Fünf Tipps für einen erfolgreichen Führungswechsel in der Familie

- Im Rahmen der Familiennachfolge haben sich die folgenden Tipps bewährt -

Kaufvertragliche Aspekte eines Unternehmensverkaufs -A-

- Kaufvertrag -

Kaufvertragliche Aspekte eines Unternehmensverkaufs -B-

- Der Kauf von Geschäftsanteilen -

Kaufvertragliche Aspekte eines Unternehmensverkaufs -C-

- Kaufabwicklung, Konkurrenzklausel, Bestehende Verträge -

Planung einer Betriebsübergabe -A-

- Status-Quo-Bestimmung -

Planung einer Betriebsübergabe -B-

- Übergabeziele -

Planung einer Betriebsübergabe -C-

- Zielkonflikte -

Planung einer Betriebsübergabe -D-

- Planung einer Betriebsübergabe -

Planung einer Betriebsübergabe -E-

- Übergabeplanung -

Rechtliche Aspekte einer Betriebsübernahme -D-

-Datenschutzrechtliche Aspekt -

Rechtliche Aspekte einer Betriebsübernahme -A-

- Haftung -

Rechtliche Aspekte einer Betriebsübernahme -B-

- Handwerkliche Voraussetzungen -

Rechtliche Aspekte einer Betriebsübernahme -C-

- Arbeitsrechtliche Aspekt -

Unternehmenskaufvertrag

- Aus unterschiedlichen wirtschaftlichen Gründen werden Unternehmen ganz oder in Teilen verkauft. -

Unternehmensverkauf -A-

- Asset Deal versus Share Deal -

Unternehmensverkauf -B-

- Vor- und Nachteile Asset Deal / Share Deal -

Unternehmensverkauf -C-

- Asset Deal oder Share Deal? -

Unternehmensverkauf -D-

- Due Diligence -

Unternehmensverkauf -E-

- Due Diligence nach Maß -

Unternehmensverkauf -F-

- Kosten einer Due Diligence Prüfung -

Unternehmensverkauf -G-

- Ablauf einer Due Diligence Prüfung -

Unternehmensverkauf -H-

- Letter of Intent -

Unternehmensverkauf -I-

- Datenraum -

Unternehmensverkauf -J-

- Vor- und Nachteile einer Due Diligence -

Unternehmensverkauf -L-

- Unternehmensbewertung. Substanzwertverfahren -

Unternehmensverkauf -M-

- Unternehmensbewertung. Ertragswertverfahren -

Unternehmensverkauf -N-

- Unternehmensbewertung. Discounted-Cash-Verfahren -

Unternehmensverkauf -O-

- Unternehmensbewertung. Multiplikatoren-Cash-Verfahren -

Unternehmensverkauf -P-

- Unternehmensbewertung. Venture-Capital-Verfahren -

Unternehmensverkauf -Q-

- Unternehmensbewertung. Bewertung der Verfahren -