Navigation überspringen
WFG Wiki / BWL und Recht

Alternative Finanzierung (IV)

Leasing  - Statt kaufen und finanzieren

Das Leasing ist eine weitverbreitete Alternative zur bankfinanzierten Investition. Es ist heute in allen Bereichen der Wirtschaft verbreitet. Wenn in der Praxis von Leasing gesprochen wird, handelt es sich meist um das Finanzierungsleasing.

Vereinfacht gesagt ist Leasing eine Gebrauchsüberlassung gegen Entgelt – ähnlich einer Miete. Leasen können Sie nahezu alles – von der Telefonanlage bis zum Industriegebäude.  Dabei wird eine feste Mietzeit vereinbart, in welcher der Vertrag nicht gekündigt werden kann. 

Anders als bei einem Bankkredit, bei dem Sie ein Objekt kaufen, das dann in Ihr Eigentum übergeht, bleibt beim Leasing das Objekt während der gesamten Vertragsdauer im Eigentum der Leasinggesellschaft. Es gibt also eine Trennung zwischen dem Nutzer und dem Eigentümer des Objektes. Aber Vorsicht: Obwohl Sie nicht Eigentümer des geleasten Gegenstandes sind, tragen Sie alle Risiken, die mit dem geleasten Objekt und seiner Nutzung verbunden sind. Auch für die Wartung und etwaige Reparaturen des Objektes ist in der Regel der Leasingnehmer zuständig.

Vorteile

  • Anstelle einer einmaligen, hohen Zahlungsbelastung kommt es durch die Leasingraten zu einer Verteilung der Ausgaben auf einen längeren Zeitraum. Ziel: Diese Kosten aus den laufenden Erträgen zu decken.
     
  • Bei Leasing sind zudem kaum Sicherheiten erforderlich, weshalb die Finanzierung leichter oder überhaupt erst möglich wird. Je nach Leasingobjekt kann vom Leasinganbieter eine Depotzahlung verlangt werden. Dies entspricht dann einer Anzahlung und verringert somit die Höhe der Leasingrate.
     
  • Vorhandene Sicherheiten bleiben für weitere Finanzierungen verfügbar.
     
  • Es schont das Eigenkapital und erleichtert zusätzliche Kreditfinanzierungen.
     
  • Aufgrund der Marktstellung des Leasinggebers können teilweise auch Preisvorteile geboten werden, z. B. günstigere Versicherungsprämien bei Kfz-Leasing.  

Nachteile

  • Kein Eigentumserwerb
    Der Leasing-Gegenstand geht nach Ablauf der Leasing-Zeit wieder an den Leasing-Geber zurück. Der Leasing-Nehmer hat nicht die Möglichkeit das Objekt bei eventueller Nichtnutzung zu verkaufen.
     
  • Hohe Gesamtkosten
    Leasing-Raten sind in der Regel höher als bei einem fremdfinanzierten Kauf des Leasing-Guts. Hinzu kommen laufende Kosten für Versicherungen, Reparaturen oder Instandhaltungsmaßnahmen.
     
  • Vertragslaufzeit
    Ein Leasing-Vertrag ist in der Regel unkündbar. Die Leasing-Rate stellt somit einen Fixkostenblock dar. 
     
  • Kündigungsgefahr
    Der Leasing-Geber kann den Vertrag fristlos kündigen, wenn der Leasing-Nehmer in Zahlungsverzug ist. Hinzu kommen evtl. auch noch Schadenersatzforderungen.

Ihr Ansprechpartner

Michael Jodlauk

Telefon: 02602 124-308
Mail: michael.jodlauk@westerwaldkreis.de

Vielleicht auch interessant?

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Was sind überhaupt allgemeine Geschäftsbedingungen?

Alternative Finanzierung (I)

Finanzierung im Wandel. Nach wie vor ist für deutsche mittelständische Unternehmen bei der Frage nach der Finanzierung die Zusammenarbeit mit der eigenen Hausbank von entscheidender Bedeutung.

Alternative Finanzierung (II)

Crowdfunding. Beim Crowdfunding investieren nicht einzelne Investoren, sondern eine größere Gruppe von Menschen unterstützt eine Idee mit relativ kleinen Beträgen.

Alternative Finanzierung (III)

Factoring - Keine Zahlungsausfälle. Factoring ist eine Finanzierungsform, die durch den Verkauf offener Forderungen an Dritte die Liquidität eines Unternehmens unmittelbar steigert.

Alternative Finanzierung (IX)

Einkaufsfinanzierung einmal anders. Finetrading stellt eine alternative Finanzierung des Wareneinkaufs zum klassischen Kontokorrent- oder Lieferantenkredit dar.

Alternative Finanzierung (V)

Mietkauf - Erst mieten, dann kaufen. Der Mietkauf ist eine Form der Anschaffungsfinanzierung.

Alternative Finanzierung (VI)

Borrowing Base. Eine Alternative zum klassischen Betriebsmitteldarlehen.

Alternative Finanzierung (VII)

Business Angels – Mehr als nur Geldgeber. Als Business Angels ("Geschäftsengel") bezeichnet man vermögende Privatpersonen, die innovativen Gründern bzw. jungen, innovativen Unternehmen Kapital und unternehmerisches Know-how zur Verfügung stellen.

Alternative Finanzierung (VIII)

Lieferantenkredit – Eine teure Finanzierungsalternative. Der Lieferantenkredit hat für den Kreditnehmer große wirtschaftliche Vorteile, so dass er im täglichen Wirtschaftsverkehr häufig zum Einsatz kommt.

Das Lieferkettengesetz

Wer ist betroffen? Seit dem 1. Januar 2024 gilt das „Lieferkettengesetz“ auch für Unternehmern ab einer Größe von 1.000 Mitarbeitern, die in Deutschland ansässig sind.

Datenschutz im Unternehmen

Bei nicht Beachtung der Datenschutzgrundverordnung drohen empfindliche Strafen!

Ehevertrag

Eine Maßnahme zur Unternehmenssicherung. Ein Ehevertrag für Unternehmer und Unternehmerinnen ist aus verschiedenen Gründen sinnvoll und empfehlenswert.

Preisangabenverordnung

Preise richtig darstellen, sonst drohen Bußgeld.

Unternehmen ohne Notfall- oder Nachfolgeregelung

Wer führt das Unternehmen, wer ist der Nachfolger, die Nachfolgerin im Todesfall?