Navigation überspringen
WFG Wiki / BWL und Recht

Betriebliche Versicherungen -A-

 

 

 

 

 

Risiken kann man nur dann begegnen, wenn man sie kennt!!!!

Risikomanagement befasst sich mit dem Erkennen, Mindern und Versichern von Gefahren. 

Risikomanagement ist ein verantwortungsbewusstes und vorausschauendes Verhalten beim Umgang mit Unsicherheiten, Gefahren und Risiken. Nur wer sich von vornherein um eine entsprechende Schadensvermeidung oder Schadensbeseitigungsfinanzierung kümmert, ist in der Lage, Krisensituationen zu überstehen. 

Für den Aufbau eines systematisch vorausschauenden betrieblichen Risikomanagements gibt es kein Patentrezept. Jedes Unternehmen braucht sein eigenes, speziell auf seine Bedürfnisse zugeschnittenes System. Grundsätzlich kann wie folgt beim Aufbau vorgegangen werden:

 

1. Schritt: Erfassen und Erkennen von Risiken

Zunächst ist es erforderlich, sämtliche Unternehmensbereiche auf mögliche Fehlerquellen und Gefahren zu überprüfen.

Dabei sollte auf jeden Fall an den „worst case“ gedacht werden.

Kein noch so unglaubliches Szenario darf ausgeklammert oder tabuisiert werden, auch sehr selten vorkommende Arbeiten sind zu erfassen.

2. Schritt: Bewertung von Risiken

Nach der Erfassung möglicher Risiken sind diese zu bewerten. Es gilt eine Rangfolge möglicher Gefahren und ihrer Auswirkungen zu erstellen.

Dabei hängt die Risikoeinstufung von der jeweiligen Branche und der Betriebsgröße ab.

Im Vordergrund der Bewertung sollten die folgenden Fragen stehen:

 

- Was kann versichert werden?
- Was soll versichert werden?
- Was muss versichert werden?

Versicherungsschutz kostet Geld, das möglicherweise an anderen Stellen in der Firma gewinnbringend investiert werden kann, deshalb gilt:

 

- Kleine Schäden sollten aus eigener Kasse bezahlt werden. Dazu gehören alle Risiken, die 
  das Unternehmen nur im geringen Maße bedrohen.
- Mittlere Schäden sollten versichert werden, denn sie können das Unternehmen stark 
   belasten
- Existenzbedrohende Schäden müssen unbedingt versichert werden

 

3. Schritt: Maßnahmen zur Risikobekämpfung festlegen

Sind alle Risiken erfasst und bewertet, gilt es entsprechende Maßnahmen für jedes einzelne Risiko festzulegen.

Im Vordergrund stehen dabei Maßnahmen zur Schadensverhütung und Verminderung. Das verhindert nicht nur unausweichliche Störungen des gewohnten Betriebsablaufs, sondern zahlt sich auch aus. Viele Versicherungsgesellschaften honorieren Maßnahmen zur Schadensverhütung mit Beitragsermäßigungen.

4. Schritt: Maßnahmen veranlassen und kontrollieren

Sind alle Maßnahmen festgelegt, gilt es diese unverzüglich in die Praxis umzusetzen.

Im Rahmen der betrieblichen Organisationsstruktur sollte klar festgelegt werden, wer für die Realisierung für welche Maßnahme verantwortlich ist.

Sinnvoll ist es einen Arbeitskreis aus Vertretern der verschiedenen Fachdisziplinen (z. B. Techniker, Kaufmann, Jurist) zu bilden, der sich regelmäßig trifft und die laufenden und zukünftigen Unternehmens-prozesse gemäß den möglichen Risiken analysiert und bewertet. An diesem Prozess sollten auch alle Mitarbeiter im Unternehmen beteiligt werden, denn nur so lassen sie sich für mögliche Gefahren sensibilisieren.

5. Schritt: Aufspüren möglicher neuartiger Risiken

Die Risikosituation in einem Unternehmen ändert sich laufend, mal durch abgeänderte Produkte oder neue Gebäude, mal durch verbesserte Betriebsabläufe oder verschärfte gesetzliche Verordnungen.

Um Versicherungslücken zu vermeiden, gilt es, die durch die Veränderungen entstehenden neuen Gefahren frühzeitig zu erkennen.

Nur eine regelmäßige Kontrolle – mindestens einmal pro Jahr – ergibt die richtige Bewertung von Risiken und angemessenen Versicherungsschutz.

Allgemein gilt:

Auch wenn sich während der Laufzeit eines Vertrages etwas ändert, besteht Versicherungsschutz. Diese Risiken sind im Rahmen der so genannten Vorsorgeversicherung mit gedeckt. Allerdings wird nur ein Teil der Deckungssumme vom Hauptvertrag ausgezahlt. Deshalb sollten alle Veränderungen umgehend der Versicherung schriftlich gemeldet werden.

Checkliste: Risikobewertung

GefahrenartKleines RisikoMittleres RisikoHohes Risiko
Feuer/Explosion   
Übergreifendes Feuer   
Sturm   
Leitungswasser-schaden   
Einbruchdiebstahl   
Maschinenbruch   
Transportschäden   
Beraubung   
Sabotage   
Unterschlagung   
Kfz-Schäden   
Forderungsausfall   
Auslandsrisiken   
Betriebsunterbrechung (Feuer)   
Betriebsunterbrechung (Maschinenschaden)   
Betriebsunterbrechung
(Energieausfall)
   
Betriebsunterbrechung
(Verseuchung)
   
Betriebsunterbrechung
(Computerausfall)
   
Betriebshaftpflicht   
Umwelthaftpflicht   
Produkthaftpflicht   
Kfz-Haftpflicht   

 

Checkliste: Erfassung von betrieblichen Veränderungen

Veränderungen
baulich u. räumlich
Ja Nein
Umzug der Firma  
Neu-, Um- und Anbau  
Außenlager  
Unbebaute Grundstücke  
Betriebsstätten  
Betriebliche VeränderungenJa Nein
Betriebsart  
Produktionsanlagen  
Produktion  
Lagertechnik  
Betriebsleistungen  
Stilllegungen  
Energieversorgung  
Schichtbetrieb  
Warentransporte  
Transportorganisation  
Generalunternehmen  
Subunternehmen  
Veränderungen RisikenJa Nein
Löschanlagen  
Überwachungsanlagen  
Klima-u. Heizungsanlagen  
Bewachung  
Lohnarbeit  
Fuhrpark  
Transportwege  
Verpackung  
Fahrbare Geräte  
Arbeiten auf fremden Grundstück  
Haftung / Produkt / Umwelt  
Gefahrenerhöhung durch Dritte  
Andere Betriebe auf Firmengrund  
Nachbarschaft  
Montage /Service  
Bezug von Waren aus dem Ausland  
Ausstellungen / Messen  
Werte Anlagevermögen  
Geringfügige Wirtschaftsgüter  
Roh- u. Fertigungswarenlager  
Fremdes Eigentum  
Umsatz  
Warenkredite  
Lohnsumme  

Ihr Ansprechpartner

Michael Jodlauk

Telefon: 02602 124-308
Mail: michael.jodlauk@westerwaldkreis.de

Vielleicht auch interessant?

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Was sind überhaupt allgemeine Geschäftsbedingungen?

Alternative Finanzierung -A-

Finanzierung im Wandel. Nach wie vor ist für deutsche mittelständische Unternehmen bei der Frage nach der Finanzierung die Zusammenarbeit mit der eigenen Hausbank von entscheidender Bedeutung.

Alternative Finanzierung -B-

Crowdfunding. Beim Crowdfunding investieren nicht einzelne Investoren, sondern eine größere Gruppe von Menschen unterstützt eine Idee mit relativ kleinen Beträgen.

Alternative Finanzierung -C-

Factoring - Keine Zahlungsausfälle. Factoring ist eine Finanzierungsform, die durch den Verkauf offener Forderungen an Dritte die Liquidität eines Unternehmens unmittelbar steigert.

Alternative Finanzierung -D-

Leasing - Statt kaufen und finanzieren. Das Leasing ist eine weitverbreitete Alternative zur bankfinanzierten Investition.

Alternative Finanzierung -E-

Mietkauf - Erst mieten, dann kaufen. Der Mietkauf ist eine Form der Anschaffungsfinanzierung.

Alternative Finanzierung -F-

Borrowing Base. Eine Alternative zum klassischen Betriebsmitteldarlehen.

Alternative Finanzierung -G-

Business Angels – Mehr als nur Geldgeber. Als Business Angels ("Geschäftsengel") bezeichnet man vermögende Privatpersonen, die innovativen Gründern bzw. jungen, innovativen Unternehmen Kapital und unternehmerisches Know-how zur Verfügung stellen.

Alternative Finanzierung -H-

Lieferantenkredit – Eine teure Finanzierungsalternative. Der Lieferantenkredit hat für den Kreditnehmer große wirtschaftliche Vorteile, so dass er im täglichen Wirtschaftsverkehr häufig zum Einsatz kommt.

Alternative Finanzierung -I-

Einkaufsfinanzierung einmal anders. Finetrading stellt eine alternative Finanzierung des Wareneinkaufs zum klassischen Kontokorrent- oder Lieferantenkredit dar.

Das Lieferkettengesetz

Wer ist betroffen? Seit dem 1. Januar 2024 gilt das „Lieferkettengesetz“ auch für Unternehmern ab einer Größe von 1.000 Mitarbeitern, die in Deutschland ansässig sind.

Datenschutz im Unternehmen

Bei nicht Beachtung der Datenschutzgrundverordnung drohen empfindliche Strafen!

Ehevertrag

Eine Maßnahme zur Unternehmenssicherung. Ein Ehevertrag für Unternehmer und Unternehmerinnen ist aus verschiedenen Gründen sinnvoll und empfehlenswert.

Preisangabenverordnung

Preise richtig darstellen, sonst drohen Bußgeld.

Unternehmen ohne Notfall- oder Nachfolgeregelung

Wer führt das Unternehmen, wer ist der Nachfolger, die Nachfolgerin im Todesfall?