Navigation überspringen
WFG Wiki / BWL und Recht

Ehevertrag

Eine Maßnahme zur Unternehmenssicherung

Ein Ehevertrag für Unternehmer und Unternehmerinnen ist aus verschiedenen Gründen sinnvoll und empfehlenswert. Durch den Abschluss eines Ehevertrags kann der Unternehmer beispielsweise seine Unabhängigkeit bei der Unternehmensführung sichern und böse Überraschungen im Scheidungsfall verhindern, denn die Folgen einer Scheidung sind nicht zu unterschätzen.

Das größte Problem stellt sich im Rahmen des Zugewinnausgleichs. Haben die Ehegatten keinen Ehevertrag geschlossen, so leben sie von Gesetz wegen im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. In einem Scheidungsfall besteht dann ein Anspruch auf Ausgleich des während der Ehe erwirtschafteten Vermögens. Dazu werden Anfangs- und Endvermögen beider Ehegatten bei Beginn und Ende der Ehe miteinander verglichen. Ist ein Ehegatte (z.B. der Unternehmer) dem anderen (z.B. der Unternehmersgattin) einen Zugewinnausgleich schuldig, muss dieser per Gesetzt ausgezahlt werden. 

Dies kann zu erheblichen Liquiditätsproblemen führen. Ein Unternehmer muss möglicherweise Teile seines Unternehmens oder das gesamte Unternehmen verkaufen, um die Forderungen des anderen Ehepartners zu erfüllen. Das Lebenswerk könnte damit ein unerwartetes Ende finden.

Hieran sieht man deutlich, dass die gesetzlich geregelten Scheidungsfolgen bezüglich Zugewinnausgleich, Versorgungsausgleich und Unterhalt nicht zur Unternehmensehe passen. 

Ein Ehevertrag kann hier Abhilfe schaffen. 

Mit einem Ehevertrag können Sie dies verhindern, indem Sie Vermögensaufteilung, Altersversorgung und Unterhaltszahlungen individuell mit Ihrem Partner abstimmen. Dieser Vertrag unterliegt dennoch geltendem Recht und muss notariell beglaubigt werden. Er kann zu jeder Zeit abgeschlossen werden, auch nach einer bereits vollzogenen Hochzeit. Vorsicht! Wird ein Vertragspartner deutlich benachteiligt, kann der ganze Vertrag oder Teile unwirksam sein.

Ihr Ansprechpartner

Michael Jodlauk

Telefon: 02602 124-308
Mail: michael.jodlauk@westerwaldkreis.de

Vielleicht auch interessant?

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Was sind überhaupt allgemeine Geschäftsbedingungen?

Alternative Finanzierung (I)

Finanzierung im Wandel. Nach wie vor ist für deutsche mittelständische Unternehmen bei der Frage nach der Finanzierung die Zusammenarbeit mit der eigenen Hausbank von entscheidender Bedeutung.

Alternative Finanzierung (II)

Crowdfunding. Beim Crowdfunding investieren nicht einzelne Investoren, sondern eine größere Gruppe von Menschen unterstützt eine Idee mit relativ kleinen Beträgen.

Alternative Finanzierung (III)

Factoring - Keine Zahlungsausfälle. Factoring ist eine Finanzierungsform, die durch den Verkauf offener Forderungen an Dritte die Liquidität eines Unternehmens unmittelbar steigert.

Alternative Finanzierung (IV)

Leasing - Statt kaufen und finanzieren. Das Leasing ist eine weitverbreitete Alternative zur bankfinanzierten Investition.

Alternative Finanzierung (IX)

Einkaufsfinanzierung einmal anders. Finetrading stellt eine alternative Finanzierung des Wareneinkaufs zum klassischen Kontokorrent- oder Lieferantenkredit dar.

Alternative Finanzierung (V)

Mietkauf - Erst mieten, dann kaufen. Der Mietkauf ist eine Form der Anschaffungsfinanzierung.

Alternative Finanzierung (VI)

Borrowing Base. Eine Alternative zum klassischen Betriebsmitteldarlehen.

Alternative Finanzierung (VII)

Business Angels – Mehr als nur Geldgeber. Als Business Angels ("Geschäftsengel") bezeichnet man vermögende Privatpersonen, die innovativen Gründern bzw. jungen, innovativen Unternehmen Kapital und unternehmerisches Know-how zur Verfügung stellen.

Alternative Finanzierung (VIII)

Lieferantenkredit – Eine teure Finanzierungsalternative. Der Lieferantenkredit hat für den Kreditnehmer große wirtschaftliche Vorteile, so dass er im täglichen Wirtschaftsverkehr häufig zum Einsatz kommt.

Das Lieferkettengesetz

Wer ist betroffen? Seit dem 1. Januar 2024 gilt das „Lieferkettengesetz“ auch für Unternehmern ab einer Größe von 1.000 Mitarbeitern, die in Deutschland ansässig sind.

Datenschutz im Unternehmen

Bei nicht Beachtung der Datenschutzgrundverordnung drohen empfindliche Strafen!

Preisangabenverordnung

Preise richtig darstellen, sonst drohen Bußgeld.

Unternehmen ohne Notfall- oder Nachfolgeregelung

Wer führt das Unternehmen, wer ist der Nachfolger, die Nachfolgerin im Todesfall?